Vornweg: Ich bin froh gefinisht zu haben. Nach dem Radsturz hätten meine Knochen oder zumindest das Rad kaputt sein können. Da hatte ich wohl einen Schutzengel…
Schwimmen war richtig cool! Die bei den Massenveranstaltungen übliche Prügelei blieb aus, obwohl ich im Vorfeld ein bisschen Respekt vor der ersten Startgruppe hatte. Es lief alles in geregelten Bahnen ab. Ich konnte die ganze zeit relativ locker mein eigenes Ding schwimmen. Jerome ist losgeschwommen wie die Feuerwehr. Erst ca. 300 bis 400m vor dem Ausstieg seh ich vor mir den für mich unverwechselbaren schönemannschen Winkehandschwimmstil. Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen noch an ihm vorbei zu schwimmen. Aber Hut ab vor dieser Schwimmleistung, mit den wenigen Kilometern hätte ich das auf keinen Fall gebracht. 56min ist absolut ok.
Auf dem Rad hatte ich richtig geile Beine. War die ersten 30Km mit Jerome in einer Gruppe. Das Tempo kam mir absolut langsam vor. Ich hab Jerome gefragt ob das wir nicht schneller fahren sollten. Er meinte aber, das Tempo sei ok. Da ich schon in Madison schlechte Erfahrungen mit zu schnellem Angehen hatte, hielt ich erstmal die Beine still.
Es waren die ganze Zeit zwei drei Motorräder neben uns. Bei Km 30 hab ich ne Zeitstrafe bekommen. Jeder erzählt bestimmt, dass seine Zeitstrafe nicht berechtigt ist, aber ich bin richtig sauer! Jerome meint es waren 15m zum dem Typen vor mir… lächerlich!!!
Ich denke es hatte damit zu tun, dass zwei Leute mit gleichem Trikot zusammen waren. Ich hab diesen Penner von Kampfrichter auch richtig angemacht, so dass er mir gedroht hat mich ganz aus dem Rennen zu nehmen.
Nach ewig langen 8 Minuten bin ich wieder aufs Rad und hab das Loch (auf Jerome) schnell auf 2min verkleinert. Wie gesagt die Beine waren super!!! Nach ca. 120Km bin ich in ein auf der Straße liegendes Gel gefahren,das Zeug hat den Reifen eingesaut und dadurch hab mich in der nächsten Kurve voll auf die Fresse gehauen. Danke an die Zuschauer in dem Ort vor Heideck, die mich wieder aufs Rad gesetzt haben und mir halfen die verklemmte Kette wieder aufs Blatt zu bekommen. Ich hatte in dem Moment richtig zitterige Hände.
Danach hatte ich Mental ein riesiges Tief! Aber ich bin auch nach dieser Aktion wieder nach vorn gefahren. Die Radzeit 5:01 minus die 8min Zeitstrafe minus die 2-3min des Sturzes… Oh nein, ich darf nicht dran denken….
Die Staffeln auf der zweiten Runde sind echt so nervig! Das war schon Mannschaftszeitfahren bei den Affen und da war kein Kampfrichter!
Leider ist bei dem Sturz nicht nur Tapete abgegangen, sondern mein rechter Knöchel und der Fuß haben sich gleich am Anfang des Marathons gemeldet. Bis zum 15.Km ging es auch einigermaßen. Dann kam schon ein jämmerlicher Einbruch, der Fuß schmerzte, körperlich wurde es sehr hart und ich war durch die ganze Scheiße auch im Kopf total am Ende.
Ich bin von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation getrabt und dort immer gegangen…
Natürlich bin ich mit der Zeit absolut nicht zufrieden, aber ich kann froh sein das ich es ins Ziel gebracht hab.
Am Ende hatte ich richtig Probleme 2Km zwischen den Verpflegungen zu laufen. Kein Plan was da mit meinem Körper abging.
Ansonsten ist Roth natürlich immer geil! Vielen Dank an alle die Jerome und mich angefeuert haben!
Jetzt heißt es körperlich und mental wieder auf den Damm zu kommen und zu schauen was die Saison noch bringt… ( Man hat da schon was im Kopf
)
Bis dahin …
- <— Das Outfit fürs We!
Die Challenge Roth rückt immer näher, jetzt sind es noch 25 Tage bis der Startschuss fällt. Am zurückliegendem Pfingstwochenende ging trainingsmäßig schon die Post ab: Am Sonntag bin ich wetterbedingt aus Ansbach geflohen um in die Fränkische Schweiz mit Henri unsicher zu machen. Die Autofahrt hat sich wirklich gelohnt! Das längere Koppeltraining ging wie von selbst.
Am Sonntag waren Spange, Jerome und ich als Staffel bei der DM über die Mitteldistanz in Kulmbach am Start, dass sollte ein wenig Abwechslung und Geschwindigkeit in den Trainingsalltag bringen. Typisch für den TV Sangerhausen bzw. für uns war, dass keiner von uns drei sich vorher mit Ablaufplänen oder Bestimmungen ernsthaft auseinander gesetzt hat. Natürlich hatte keiner ein Startnummernband dabei
Also wurde super professionell ein Schnürsenkel mit nettem Schleifchen umfunktioniert. Die anderen Staffeln wirkten sehr angespannt und legten ordentlich Ehrgeiz an den Tag.
Spange hat den Wettkampf sogar so „ernst“ genommen, dass er vorher schon 2Km geschwommen ist und danach auch noch mal 2 ![]()
Die Frage eines anderen Staffelfahrers: „Und wie viel bist du eingefahren?“, konnte ich auch nur mit einem Lächeln und „gar nicht“ beantworten.
Spange lieferte ein solides Schwimmen ab und kam als zweiter der Staffelwertung aus dem Wasser. Mein Radfahren lief auch ganz ok. Die Kilometer 30-40 liefen recht zäh und ich hatte ein kleines Tief zu überwinden. Zudem musste ich nach einem missglückten Schaltmanöver einmal absteigen und meine Kette wieder aufs Blatt legen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar den zweiten Platz verloren. Da ab dem 60 Kilometer wieder Leben in meine Oberschenkel schoss, konnte ich das letzte Stück der anspruchvollen Radstrecke wieder richtig drücken, die zweite Position zurückerobern und in die zweite Wechselzone bringen.
Jerome übernahm den Laufpart und konnte mit einem kontrollierten Lauf den Bronzerang sichern.
Alles in allem war es ein schönes und schnelles Training für die Challenge Roth.
Am nächsten Tag stand eine lange GA1 Einheit auf der Wettkampfstrecke in Roth auf dem Programm, wieder mit Jerome als Trainingspartner. Somit wurde dieses Wochenende doch einiges auf zwei Rädern abgespult und die Form hoffentlich in die Höhe gepusht…
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass uns das Wetter in den nächsten zwei Wochen noch wohl gesonnen ist und wir auch den letzten Trainingsblock gut verdauen.
Also noch mal Kopf runter und durchziehen!
Um ehrlich zu sein mag ich den Wettkampf in Bernburg nicht wirklich. Das geht schon mit dem Schwimmen in der Saale und der damit verbundenen Strömung los. Auf diese zweite Schwimmhilfe könnte ich gern verzichten, obwohl ich mich mittlerweile ganz gut mit der ersten, dem Neo, angefreundet hab.
Die Radstrecke ist ok, aber leider viel zu flach. Das Laufen im Schatten und entlang der Saale ist wirklich schön. Bis auf die „Bernburger Wand“, aber da müssen alle hoch.
Mein Verhältnis zu Schwimmbrillen ist gespalten: In Wisconsin hab ich sie verloren, auf Hawaii hat sie mir wahnsinnige Kopfschmerzen verursacht und auch in Bernburg schien diesbezüglich alles schief zu gehen. Als wir bereits auf der Fähre waren bemerkte ich, dass mit der Brille etwas nicht stimmt. Der Nasensteg war angerissen und hing nur noch an zwei Gummifetzen zusammen. Bei diesem Anblick ist mir das Herz natürlich gleich wieder in die Hose gerutscht. Ich war mir sicher, dass die Brille das Schwimmen nicht überstehen kann. Diesmal hatte ich allerdings Glück und das Ding verrichtete seinen Dienst ohne zu murren.
In Roth hab ich auf alle Fälle zwei dabei…
Im Wasser lief es diesmal ganz gut. Ich war eigentlich die ganze Zeit neben Jerome, dem die Doppelte Schwimmhilfe sehr entgegen kommt
Wir beide konnten uns in der Spitzengruppe behaupten. Der Ausstieg bzw. das Wechseln hab ich natürlich voll verhauen, somit war die Gruppe auf dem Rad weg.
Das Radfahren und das Laufen waren solide. Hierbei kann man in diesem Jahr aber nun wirklich nicht nach den Zeiten schauen, die aufgrund der kriminellen äußenren Bedingungen unterirdisch ausgefallen sind. Durch das Langdistanztraining wird man schon ein wenig „träge“ (oder war noch nie schnell wie ich) und es fehlt einfach die Spritzigkeit um sich richtig abzuschießen. Ich kann halt mein Tempo fahren/laufen und im Rhythmus bleiben, aber ans Limit gehen und sich richtig ausbelasten ist nicht drin.
Am Ende standen ein neunter Platz für Jerome und der Sechste für mich zu Buche. Um eine ordentliche Mannschaftsergebnis zu erzielen fehlte uns leider Henri, der verletzungsbedingt nicht am Start war…
Im Großen und Ganzen bin ich aber mit dem Ergebnis zufrieden und schaue positiv Richtung Roth. Die nächsten drei Wochen werden noch mal ordentlich trainiert und dann hoffe ich am 10.07. fit am Start zu stehen.
Das nächste Treffen mit den Jungs aus Sachsenanhalt auf der Olympischen Distanz gib es beim Arendsee-Triathlon.
Eigentlich hatte ich schon einen Blog fertig und wollte was von dem Tunnelblick erzählen, den ich jetzt hab. Es sind noch 60 Tage bis zum Tag X! Pünktlich dazu werde ich natürlich krank. Die letzten drei Tage konnte ich dementsprechend nicht trainieren.
Jetzt heißt es sich langsam ran tasten und ab Montag wieder Vollgas geben.
Der geplante Start über 10Km am Wochenende beim Ansbacher City-Lauf fällt damit auch flach. Diese Tatsache stört mich nicht so wahnsinnig, denn diesen Wettkampf hätte ich aus dem vollen Training gemacht. Also wenn ich meine die Wettkämpfe in Kategorien einteilen würde, wobei A wichtig ist, B mittel und C unwichtig, hätte der Lauf eine glattes Z abgeräumt
So sehe ich die Zwangspause als Ruhe vor dem Sturm (in diesem Falle Trainingssturm)
Für das darauf folgende Wochenende ist ein Minitrainingslager im Frankenland mit Henri eingeplant, inklusive Streckenbesichtigung in Roth. Das wird jut…
Nach dem Leipzig Marathon wurde der Fokus deutlich auf das Radfahren gelegt. Am Osterwochenende und auch am vergangenem WE (inkluve Tour de Hexe) wurden ordentlich Kilometer und auch nicht wenig Höhenmeter gesammelt.
Auf dem Rad hab ich mitlerweile schon einige Landstriche inner- und außerhalb Deutschlands gesehen, trotzdem ist das Training im Harz immer noch das Größte. Vielleicht liegt diese Einschätzung aber auch an den Leuten mit denen ich hier trainiere. Grad Ostern musste ich mich bremsen um den Trainingsplan nicht überzuerfüllen.
Die TdH wurde dieses Jahr erwartungsgemäß die schnellste bisher. Das lag sicher an der super Zusammenarbeit der Führungsgruppe, an der sich fast alle beteiligten. Die mehrstündige Autofahrt hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn diese Trainigseinheit mit vielen Tempowechseln und Passagen in denen man richtig drücken musste ist Gold wert.
Da die Intensität im letzen Teil der Strecke nochmal deutlich erhöht wurde, waren wir am Ende nur noch zu viert (Henri, ein sehr stolzer Frank Hahn, Jan Ullrich von Rügen und ich). Ich bin mir aber sicher, dass es noch einer mehr gewesen wäre, wenn Jerome keine Reifenpanne gehabt hätte.
Fazit: Die Radform geht schon in die richtige Richtung
Bei nahezu perfekten äußeren Bedingungen fiel am Sonntag der Startschuss für den Halbmarathon in Leipzig. Meine Marschroute war: konservativ angehen und schauen was hintenraus noch geht. Vor zwei Jahren musste ich schmerzhaft erfahren, dass zehn Kilometer schnell laufen im Halbmarathon nicht reicht.
Um die früheren Trainingslager und Ausflüge der Mitglieder des TV Sangerhausen ranken sich sehr viele Mythen und Geschichten. Und mindestens genau so viele fantasievolle Abwandlungen und Ausschmückungen dieser. z.B. Die Geschichte des zweischneidigen Schwertes oder Mutter und Tochter in Kanada uvm. …
Einige solcher Geschichten ereigneten sich auch auf Lanzarote. Vorweg erstmal die technischen Daten. Am Ende des zehntägigen Trainingslagers hatten wir 800Km mehr in den Beinen als bei der Ankunft auf der Insel. Da es fast jeden Tag ordentlich wehte und flache Ausfahrten auf Lanzarote unmöglich sind, fiel es uns schwer im GA1-Bereich zu trainieren. Wir, das waren in diesem Falle Jerome, Arvid und ich. Hört sich so an als ob ich mit einem Franzosen und einem Norweger trainieren war, leider sind die beiden nur aus Sangerhausen.
Mir ist wichtig zu erwähnen, dass Jerome am ersten Tag an einem Berg sein Rad schieben musste! Es lag kein technischer Defekt vor und da ich den Hang auf dem großen Blatt erklimmen konnte, ist dieser Ausfall nur mit Schwäche zu erklären
Tief beeindruckt haben uns zwei Personen, die wir kennenlernen durften. Zum einen Miguel, der Typ hatte in der Tiefgarage einen Fahrradverleih. Da wir unsere Räder nicht im Hotelzimmer aufbewahren durften, mussten wir sie bei eben diesem Miguel lassen(für 25€). Seinem Slang nach zu urteilen kam er aus dem Norden Deutschlands. Am ersten Morgen fragte er uns: „Habt ihr euch eingekremt?“ Wir: „Na klar!“ Er: „Welcher Faktor?“ Wir: „50!“ Er, auf eine unnachahmliche Weise mit seiner hamburger Schnauze: „ Oh, der kommt gut!“ Damit wurde einer von vielen Sprüchen des Trainingslagers geprägt. Im Übrigen vermuten wir, dass sein Name nicht Miguel sondern Micheal ist.
Die zweite große Persönlichkeit war ein österreichischer Wundertrainer, der immer seine vier bis fünf Finisher Shirts tragenden Jünger uns sich geschart hatte. Diese waren bereit den Boden zu küssen auf dem er wandelte. Jerome hatte die Ehre mit seiner Gottheit zu reden. Es stellte sich heraus, dass er schon 1992 beim Ironman auf Lanzarote am Start war und schlanke sieben Stunden auf dem Rad saß. Also kam seine Lichtgestalt nicht von ungefähr. Er wurde von uns nur noch ehrfurchtsvoll der Coach genannt. Ach ja, das war ein toller Typ…
Fast in jeder Trainingseinheit durchquerten wir die „Feuerberge“, teilweise mit 12 Km/h und zurück mit 85 Km/h. Wenn es so richtig geblasen hat, musste man schon manchmal an Werner denken, der am Renntag Windstille hatte. Andererseits war es auch motivierend mit den Gedanken abzuschweifen. Man denke nur mal an Pfeff, der in Badehose und Tritop die Insel in den Neunzigern unsicher gemacht hat. Pfeff du Held!
Für das nächste Trainingslager bleibt sich nur zu wünschen, dass wir ein paar mehr Leute an den Start bekommen…

