Trainingslager Lanzarote

Um die früheren Trainingslager und Ausflüge der Mitglieder des TV Sangerhausen ranken sich sehr viele Mythen und Geschichten. Und mindestens genau so viele fantasievolle Abwandlungen und Ausschmückungen dieser. z.B. Die Geschichte des zweischneidigen Schwertes oder Mutter und Tochter in Kanada uvm. …

Einige solcher Geschichten ereigneten sich auch auf Lanzarote. Vorweg erstmal die technischen Daten. Am Ende des zehntägigen Trainingslagers hatten wir 800Km mehr in den Beinen als bei der Ankunft auf der Insel. Da es fast jeden Tag ordentlich wehte und flache Ausfahrten auf Lanzarote unmöglich sind, fiel es uns schwer im GA1-Bereich zu trainieren. Wir, das waren in diesem Falle Jerome, Arvid und ich. Hört sich so an als ob ich mit einem Franzosen und einem Norweger trainieren war, leider sind die beiden nur aus Sangerhausen. :-)

Mir ist wichtig zu erwähnen, dass Jerome am ersten Tag an einem Berg sein Rad schieben musste! Es lag kein technischer Defekt vor und da ich den Hang auf dem großen Blatt erklimmen konnte, ist dieser Ausfall nur mit Schwäche zu erklären ;-)

Tief beeindruckt haben uns zwei Personen, die wir kennenlernen durften. Zum einen Miguel, der Typ hatte in der Tiefgarage einen Fahrradverleih. Da wir unsere Räder nicht im Hotelzimmer aufbewahren durften, mussten wir sie bei eben diesem Miguel lassen(für 25€). Seinem Slang nach zu urteilen kam er aus dem Norden Deutschlands. Am ersten Morgen fragte er uns: „Habt ihr euch eingekremt?“ Wir: „Na klar!“ Er: „Welcher Faktor?“ Wir: „50!“ Er, auf eine unnachahmliche Weise mit seiner hamburger Schnauze: „ Oh, der kommt gut!“ Damit wurde einer von vielen Sprüchen des Trainingslagers geprägt. Im Übrigen vermuten wir, dass sein Name nicht Miguel sondern Micheal ist. :-)

Die zweite große Persönlichkeit war ein österreichischer Wundertrainer, der immer seine vier bis fünf Finisher Shirts tragenden Jünger uns sich geschart hatte. Diese waren bereit den Boden zu küssen auf dem er wandelte. Jerome hatte die Ehre mit seiner Gottheit zu reden. Es stellte sich heraus, dass er schon 1992 beim Ironman auf Lanzarote am Start war und schlanke sieben Stunden auf dem Rad saß. Also kam seine Lichtgestalt nicht von ungefähr. Er wurde von uns nur noch ehrfurchtsvoll der Coach genannt. Ach ja, das war ein toller Typ…

Fast in jeder Trainingseinheit durchquerten wir die „Feuerberge“, teilweise mit 12 Km/h und zurück mit 85 Km/h. Wenn es so richtig geblasen hat, musste man schon manchmal an Werner denken, der am Renntag Windstille hatte. Andererseits war es auch motivierend mit den Gedanken abzuschweifen. Man denke nur mal an Pfeff, der in Badehose und Tritop die Insel in den Neunzigern unsicher gemacht hat. Pfeff du Held!

Für das nächste Trainingslager bleibt sich nur zu wünschen, dass wir ein paar mehr Leute an den Start bekommen…

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