Hawaii Blog 2009

15.10.09 Der Rennbericht!

Es war ein sehr schwarzer Tag für mich. Aber von Anfang an…
Die zwei Wochen vor dem Rennen auf der Insel waren nahezu ideal. Ich konnte mich sehr gut aklimatisieren und
mit den Wettkampfstrecken auseinandersetzten.
Die Nacht vor dem Rennen endete um vier für uns, ich hatte für meine Verhältnisse gut geschlafen.
Ich verspürte richtig Vorfreude auf den Ironman, weil mir klar war, dass ich richtig fit bin.
Nach kurzem Frühstück ging es zum Body Marking, danach wurde das Rad wettkampffertig gemacht (Gels und
Riegel aufkleben usw.)
Klar ist man am Rennmorgen angespannt, aber ich war echt locker drauf und bereit für die Schlacht.

Die Amateure starteten eine halbe Stunde nach den Pros. Ich positionierte mich in der ersten Reihe.
Punkt Sieben fiel der Startschuss. Die Prügelei am Start ist bei den großen Wettkämpfen normal, endet in der Regel
aber nach 500 Metern. Auf Hawaii ist dies leider nicht so, weil viele auf einem Niveau schwimmen.
Es gab richtig in die Fresse. Dieses Probelem haben alle.
Mein größter Fehler war, dass ich drei Tage vor dem Wettkampf eine neue Schwimmbrille gekauft hatte. Das Model
ist neu auf dem Markt und verspricht einen größeren Sehradius. Beim Training hat auch alles geklappt und ich war
begeistert davon. Leider hab ich mit dem Ding nur max 30 Minuten trainiert. Bis zu diesem Zeitpunt im
Rennen lief es auch. Dann baute sich zwischen meinen Augen ein Druck auf, der immer stärker wurde und in einem
stechenden Kopfschmerz und Übelkeit endete.
In jedem anderen Rennen hätte ich die Brille abgezogen und wäre ohne weiter geschwommen, doch im Salzwasser wäre
dies fatal. Das war echt eine Qual!
Ok, die Auftaktdisziplin war somit gründlich daneben gegangen und ich stieg nach 1 Stunde und fast 7 Minuten aus
dem Wasser.

Auf dem Rad ging es schon besser. Ich konnte mich kontinuierlich nach vorn schieben. Während der 180km überholte
ich laut Ergebnissliste 410 Athleten. Mit der von allen gefürchteten Hitze und den starken Winden kam ich ganz
gut klar. Es ist leichter mit Leuten die früher aus dem Wasser kommen Rad zu fahren, weil die dann auch  meistens
auf zwei Rädern ein höheres Niveau haben. Mit der miesen Schwimmzeit wühlte ich mich ohne Mitstreiter durchs Feld.
Im Gegensatz zu den europäischen Rennen wurde auf Hawaii wirklich fair gefahren. Die schwarzen Schafe, die sich
durch Windschattenfahren einen Vorteil verschaffen wollten, wurden größtenteils mit Zeitstrafen versehen.
Nach 5:09 stellte ich mein Rad in der Wechselzone am Pier ab. Mit der Zeit kann ich leben, da es die härtesten
Bedingungen seit Jahren waren.

Die Katatrophe begann dann schon während des Wechsels vom Rad zum Lauf. Im Wechselzelt verspürte ich beim
Wasserlassen ein Brennen und einen stechenden Schmerz. In der Hoffnung, dass sich dies im Verlaufe des Marathons
ändern würde, lief ich los. Es wurde natürlich schlimmer. Wer schon mal eine Blasenentzündung hatte, weiß wovon ich
rede. Das Brennen und das ständige Gefühl auf Toilette zu müssen, begruben meine Aussichten auf ein halbwegs gutes
Ergebnis. Als ob diese Probleme mich nicht genug bremsten, kamen auch noch fiese Blasen unter den Fußballen hinzu.
Spätestens jetzt war der Wettkampf gelaufen. Ich kann gar nicht einschätzen, ob das Laufen so hart war, weil ich
einen Großteil der Strecke gehen musste. Den gefürchtesten Teil der Strecke “das Energy Lab” bin ich z.B. komplett
gewandert. Aber selbst das Gehen war so schmerzhaft, dass ich an einer der Medizinstationen anhalten musste, um
mir die Blasen aufstechen und tapen zu lassen. Das waren echt Schmerzen und eine ganz neue Grenzerfahrung für mich.
Die Zeit für die 42km ist natürlich ein Witz, 4:45. Nur zum Vergleich, letztes Jahr benötigte ich 3:15.

Nach langem Kampf schleppte ich mich nach unterirdischen 11 Studen und 8 Minuten durchs Ziel. Aufgeben zog ich
nie wirklich in Betracht.

Zurück im Hotel hab ich dann noch Blut gepinkelt. Dieser Sache muss ich unbedingt auf den Grund gehen, um eine
Wiederholung auf alle Fälle zu vermeiden.

Natürlich bin ich enttäuscht, aber so ist nun mal der Sport. Wenn es einfach wäre und immer reibungslos
laufen würde, hätte es keinen Reiz.

Es ist sehr schade, dass ich nicht in der Lage war, zu zeigen was ich drauf hab. Ich war so fit wie nie…

Auf jeden Fall habe ich noch eine Rechnung auf Hawaii offen. Nächstes Jahr werde ich definitiv keinen Ironman machen,
aber in zwei bis drei Jahren werde ich wieder angreifen.

Danke an alle die mich bei dieser aufwendigen Unternehmung unterstützt haben. Der Gedanke an euch war auch mit ein
Grund dafür, dass ich es trotz großer Schmerzen bis zur Ziellinie geschafft habe.

Steffen

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09.10.09  Die Ruhe Vor dem Sturm

Nur noch einmal schlafen dann ist es soweit!
Die letzten zwei tage waren sehr ruhig. Gestern war Nudelparty, heute checken wir die Räder ein.
Bei mir ist alles prima! Ich fühle mich gut, mal sehen was am samstag geht.
Es herrsch eigentlich große Vorfreude auf das Rennen.

Vorgestern war ich ein bisschen down, keine Ahnung warum. Aber dank Anne bin ich wieder happy.
Sie hat mich daran erinnert, dass ich an einem der schönsten Orte der Welt bin und mir
6 Monate den Arsch aufgerissen hab um hier alles geben zu können. Und das werde ich auch tun!

Hier auf Hawaii ist es sehr schwierig Zielzeiten zu prognostizieren. Der Wind auf der Radstrecke
ist von Tag zu Tag unterschiedlich und unberechenbar. Das gleiche gilt für die Strömung im Meer.
Der lauf wird sehr hart, das ist sicher.

Ich habe nicht wirklich eine Renntaktik, aber mir ist klar, dass ich mich am Anfang auf dem Rad
zurückhalten werde. Ab dem Wendepunkt in Hawi beginnt das Rennen.

Danke an alle die mir die Daumen drücken. Ich werde mein Bestes geben.
Morgen um sieben zählt es…

Steffen

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06.10.09  Triathlethen wohin man schaut

Jetzt herrscht hier richtig Trubel! Sehr viele Triathlethen bevölkern die Insel.
Um ehrlich zu sein, hat mir die Ruhe der letzten Woche besser gefallen. Trotzdem kommt es einem
so vor als seien die Leute hier lockerer drauf als bei anderen Ironman Rennen.

Heute stand noch ein 10km lauf an, ging ganz gut. In den nächsten Tagen werd ich nicht mehr viel
machen. Morgen nur schwimmen und Donerstag komplett Ruhe…

Nun heißt es kräfte sammeln und die Beine hochlegen!

Ich meld mich auf jeden Fall nochmal vor der Mutter aller Schlachten :-)

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04.10.09 Radausfahrt von Hawi nach Kona

Heute stand mit drei Stunden die letzte längere Radeinheit auf dem Plan. Früh halb acht fuhren uns die Leute von
Hannes bis zum Wendepunkt in Hawi. Bis dahin hatte ich nur den ersten Teil der Radstrecke gesehen. Der Zweite
ist das weitaus härtere Stück.
Der Bike Curse Hat es schon in sich!

Viele der Athlethen dachten sicher es ist schon Race Day, denn die sind losgerast als wollten sie ne 4:20 fahren.
Ich bin cool geblieben und hab locker getreten (32 Schnitt). Samstag zählt!
Am Abend bin ich noch mit Ueli Bieler aus der Schweiz 15 Minuten gelaufen.

Die restlichen Tage werd ich die Beine hochlegen.

Achso, Altmeister Lücke ist auch an alter Wirkungsstrecke eingetroffen.

Alles klar auf Hawaii… Steffen
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03.10.09 Nur noch sieben Tage

Jetzt ist es noch eine Woche bis zum großen Rennen. Hier ist immer noch alles sehr locker!
Ich war Heute nochmal auf der Wettkampfstrecke Rad fahren. 40min mit Druck gingen sehr gut.

Am Morgen war natürlich wieder Schaulaufen am Pier angesagt.

Zum Abendessen wird heut in der schweizer-deutschen Tria-WG Pizza aufgetischt. Zu Gast ist Jens Richter
vom Tri-Mag.

Hang Loose…
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02.10.09 Captain Cooks Bay

Um 10:30 trafen wir uns mit ca.30 anderen Athleten an der Hannes Hawaii Tours Zentrale um mit den Rädern zur
Captain Cooks Bay aufzubrechen. Der Weg dorthin war schwieriger als ich dachte. Dem recht langem Anstieg folgte die
Coffee Road, nach dieser eine Abfahr die richtig Laune gemacht hat.
Das Schwimmen in der Bucht war sehr gut. Auf dem Rückweg vom Captain Cook Denkmal wuren wir von 20 Delfinen
überrascht. Ein einmaliges Erlebnis!

Ein weitere schöner Tag auf der Insel…

Peace Steffen
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01.10.09 Ruhetag

Heute war ich nur eine halbe Stunde mit Steffen rennen. Das morgentliche Schaulaufen am Pier ließ ich mir aber
dennoch nicht entgehen.
Man trifft dort viele bekannte Gesichter, grüßt, schüttelt Hände und spricht mit verschieden Leuten über das,
was uns alle verbindet, Triathlon.
Wie ist die Form? Was erhoffst du dir beim Rennen? usw…
Außerdem hab ich jetzt auch ein Leihrad. So bin ich mobil und muss nicht immer mein Stork benutzen.

Die Zeitverschiebung steckt mein Körper von Tag zu Tag besser weg. In zehn Tagen sollte ich dadurch also
nicht mehr beeinträchtig sein.

Mir geht es sehr gut… Grüße Steffen

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30.09.09 Endlich angekommen!

40 Stunden nach Abfahrt in Vatterode landete das Flugzeug auf Hawaii.
Es ging über Washington und San Fransico, wo ich eine Zwischenübernachtung im Flughafenhotel hatte.
Die Reise war sehr lang aber har sich auf jeden Fall gelohnt.

Die Insel ist unglaublich schön, man kann echt ins Schwärmen geraten. Die Inselbewohner leben hier nach der
Hang Loose Mentalität und lassen den Tag auf sich zukommen. Das versprüht eine ganz lockere Atmosphäre.

Das Training wird in den letzten zwei Wochen bis auf ein Minimun reduziert. Ich treffe mich jeden Morgen mit
vielen anderen Athleten am Pier um zu Schwimmen. Hier sieht man auch oft die Stars der Szene. Danach gehts
wieder ins Hotel zum Frühstücken.

Es ist jetzt der dritte Tag für mich auf der Insel, aber ich hab schon einiges gesehen.
Heute steht noch eine kleine Laufeinheit auf dem Plan. Den Rest des Tages werd ich es wie die
Inselbewohner halten und es ruhig angehen lassen :-)

Das Rennen ist in elf tagen, ich verspühre aber keine Aufgereigtheit oder Anspannug, sondern fühle mich
richtig wohl hier.

Bis die Tage Steffen