Henris Blog

Ehrliches Rennen in Vichy

Am Sonntag fand die Challenge Vichy in Mitten der Auvergne statt. Bereits am Montag sind Ursel und ich nach Frankreich gereist, um uns mit den Strecken vertraut zu machen bzw. herauszufinden wo es den besten Supermarkt gibt. Die ersten Eindrücke waren durchweg positiv und bestätigten meine Entscheidung, bei einem Rennen der Challenge Serie zu starten. Das ganze Drumherum war ein bisschen anders- man könnte fast sagen, das Rennen wurde etwas jugendlicher gestaltet. Die erdrückende Atmosphäre einer Massenveranstaltung ist dank der überschaubaren Starterzahl von ca. 500 Teilnehmern nie aufgekommen. Neben dem morgendlichen Schwimmen im See hatten wir zusätzlich die Möglichkeit einen beheizten 50 m Pool zu nutzen. Die ersten Trainingseinheiten im Lac Allier ließen schon vermuten, dass das Schwimmen ohne Neoprenanzug stattfinden würde. Obwohl der Veranstalter bis zum letzten Tag eine gemessene Wassertemperatur von 21 ° C angab. Wahrscheinlich sollte die allgemeine Panik vermieten werden, denn am Rennmorgen lautete die offizielle Wassertemperatur 26,2 ° C. Mir war es eigentlich egal, obwohl ich mein Schwimmtraining dieses Jahr schon stark auf ein Schwimmen mit Neoprenanzug ausgerichtet hatte. Nach 3,8 km war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und wir konnten die vermeintlich leichte Radstrecke in Angriff nehmen. Aus der Autoperspektive war der zwei Rundenkurs auch nicht sonderlich schwierig, so dass sich Ursel schon wieder mein Gemotze anhören musste. „Wie kann man nur so eine leichte Strecke machen…dann kommen wieder Sprüche aus Sangerhausen, wie der Kurs sei zu kurz…“ Gott sei Dank kam alles anders. Bereits beim Abfahren mit dem Rad bemerkte ich, dass sich einige „false flats“ in der Strecke versteckt hatten. Der Wind und der Asphalt taten ihr übriges. Deshalb versuchte ich mir den Radpart im Rennen gut einzuteilen. Auf der ersten Runde konnte ich einige Plätze gut machen und war überrascht, dass mich nicht ein einziger Athlet überholte. Die ersten 90 km spulte ich in 2.26 h ab, ohne mich vollkommen zu verausgaben. Ich hatte sogar das Gefühl noch einen drauf setzen zu können. Aber bereits nach dem Anstieg in Bellerive konnte man an den Bäumen erkennen, dass der Wind ziemlich stark zugenommen hatte. Danach hieß es nur noch- Kopf runter und durch. Wie sehr uns der Wind zugesetzt hatte, wurde mir klar als ich am Ende der zweiten Runde einen Profi überholte. Der Bengel stand förmlich am letzten Hügel aber auch bei mir setzte langsam der Verstand wieder ein  und ich merkte wie sehr mich das Ganze Kraft gekostet hatte. In der zweiten Wechselzone war dann das ganze Ausmaß der Selbstverstümmelung sichtbar. Ich muss wie ein angeschossenes Reh durch die T2 geschlichen sein. Bereits hier war ich im Kopf völlig erledigt. Trotzdem hab ich erstmal versucht meinen Rhythmus zu finden und soviel wie möglich Nahrung aufzunehmen. Bei Temperaturen um die 35 ° C gar nicht mehr so einfach. Leider konnte ich mir dieses Mal nur sehr wenig positive Gedanken machen, so dass das Laufen die reinste Quälerei war.  Vor dem Rennen konnte ich mir nie vorstellen beim Marathon zu gehen, aber an diesem Tag war es unmöglich für mich an den Verpflegungsstationen  zu rennen. Das schlimmste Stück der Laufstrecke war eine Treppe, die man viermal bewältigen musste. Ohne Ursel, Steffen und Frank hätte ich wahrscheinlich aufgegeben oder zumindest einen kompletten Wandertag eingelegt. Das ist jetzt auch nicht nur so daher gesagt, sondern mein voller Ernst. Die drei haben einen riesen wenn nicht sogar den größten Anteil am 14. Gesamtplatz und dem Sieg in der AK 25-29.  Wenn es dir sogar noch 2 km vor dem Ziel so schlecht und schwindelig ist und du nur noch läufst weil sich drei wunderbare Menschen bei abartigen Temperaturen an die Strecke stellen, um dich anzufeuern, dann kann meine Dankbarkeit gar nicht groß genug sein.

Ich weiß, dass man sich nach jedem Rennen sagt: „Ach hättest du nicht in bestimmten Situationen schneller laufen können oder wärst du im Schwimmen einfach an der Gruppe dran geblieben…“. Klar hatte ich diese Gedanken auch aber im Nachhinein war ich absolut am Limit und sogar darüber hinaus. Sogar nach dem Rennen musste ich mich im Zielbereich übergeben, das sollte jegliche Zweifel im Keim ersticken ;) Danke für´s Daumen drücken!! Ich hab mich über die Nachrichten nach dem Rennen gefreut.

Katastrophaler Auftritt beim Leipzig Triathlon

Der Leipziger LVB Triathlon sollte nach den doch recht holprigen letzten Wochen, zeigen was geht und was vielleicht noch nicht so richtig passt. Fazit: Gepasst hat eigentlich überhaupt nichts! Bereits nach dem Schwimmen fing das Drama an: am Rad vorbei gelaufen, gesucht und dann doch gefunden. Auf dem Rad hab ich dann gemerkt, dass ich vergessen hab die Schuhe auf zu machen, nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dann doch endlich drin. Auf den ersten Kilometern war schon klar, dass gar nichts geht. Absolut kein Druck auf der Pedale. Eigentlich war ab diesem Zeitpunkt das Rennen für mich abgehakt. Aber aussteigen nur weil es nicht läuft, ist ja auch völlig daneben. Also bin ich die 4 Radrunden doch noch irgendwie zu Ende gefahren. Selbst das Mannschaftszeitfahren, das von vielen Athleten in bester Manier vorgeführt wurde, war mir egal. Genauso emotionslos bin ich dann auf der Laufstrecke rumgeeiert.

Mir war natürlich vorher bewusst, dass ich keine Bäume ausreißen kann aber diese Performance hat mich schon schockiert. Bleibt nur zu hoffen, dass ich von den letzten 2 1/2 Wochen noch ein wenig platt gewesen bin, denn out of shape 4 Wochen vor der Langdistanz wäre ziemlich bitter.

Danke Jana für den Startplatz!

Lasst es euch gut gehen.

Boot Camp

Am Donnerstag hab ich mich aufgemacht, um Steffen in seiner neuen Wahlheimat Ansbach zu besuchen. Zum einen wollte ich schauen wo sich der große Bruder niedergelassen hat, und zum anderen wollten wir gemeinsam ein viertägiges Trainingslager absolvieren. Die Bedingungen vor Ort waren nahezu perfekt: ein beheizter Außenpool, anspruchsvolle Laufstrecken und landschaftlich reizvolle Radstrecken. Aus diesem Grund glichen unsere Radausfahrten eher einem Kulturprogramm mit erhöhter Herzfrequenz als dem oftmals stupiden “Kilometerfressen”. Höhepunkt war sicherlich die Tour nach Rothenburg ob der Tauber, wo ich einmal mehr festgestellt habe, dass es noch so einige Ecken in Deutschland zu entdecken gilt.  Back to the roots könnte man den Ausflug nach Roth bezeichnen, denn an diesem legendären Ort wurde ich vor ca. 5 Jahren mit dem Triathlonvirus infiziert. Die Besichtigung der Challengestrecke hat wieder alle schönen Erinnerungen in uns beiden geweckt und ließ die Vorfreude auf die Challenge Roth in diesem Jahr wachsen.

Wir sind mit dem Verlauf des Trainingslagers rundum zufrieden und freuen uns auf die kommenden Wochen, um unsere Form hoffentlich noch ein Stück ausbauen zu können, so dass einem erfolgreichen Abschneiden bei den verschiedenen Langdistanzrennnen im Sommer nichts im Wege steht.

Nächstes Wochenende startet unser Freund Patrick Lücke beim Ironman Brazil, wir drücken ihm die Daumen.

bis bald

henri

Blog

So nun ist es endlich soweit! Um euch auf dem Laufenden zu halten, hat mir Steffen einen Blog auf seiner Homepage eingerichtet. Sportlich gesehen bleibt dieses Jahr alles beim Alten, so dass ich weiterhin von Patrick Eder (WESP) trainiert werde. Auch in diesem Jahr steht wieder ein Langdistanzrennen an und zwar die Challenge in Vichy am 21.08.2011. Um topfit in Franktreich an der Startlinie zu stehen, werde ich zur Vorbereitung ein paar kleinere Wettkämpfe absolvieren. Auf die geplante Mitteldistanz im Spreewald verzichte ich nun doch und starte lieber über olympische Distanzen. Die ersten Wettkämpfe haben mir gezeigt, dass ich auf einem guten Weg bin, aber auch noch viel machen muss, um die Zeit aus dem Vorjahr zu knacken.

Bisherige Wettkämpfe:

VIPA Herzocross

Beim Cross Duathlon in Herzogenaurach wollte ich einfach mal wieder Blutgeschmack im Mund haben. Mein erstes Rennen mit dem Mountainbike war dank des super organisierten Wettkampfes richtig cool. Im Laufen hatte ich natürlich noch große Defizite, die ich jetzt so langsam versuche abzustellen.

Glockenturmlauf (12 km)

Natürlich hab ich dieses Rennen nur in Angriff genommen, weil Dieter Baumann vor Ort war :) Die 12 km entlang der RB Arena in Leipzig sollten zeigen wo ich stehe und, ob das Training anschlägt. Am Ende kam eine 46,13 min heraus, womit ich zufrieden sein kann.

HM (21 km)

1:21:35 h mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Die Zeit war gut aber das Gefühl miserabel, also optimale Ausbeute. Ich muss gestehen, dass ich bei Kilometer 15  aussteigen wollte. Wahrscheinlich sind schmerzende Waden dann doch nicht ganz so schlimm wie die Gefühle nach einem DNF.

Tour de Hexe

Wie jedes Jahr war auch in diesem die Tour de Hexe fest im Terminkalender eingeplant. Es ist eine geile Veranstaltung bei der immer wieder betont wird, es sei kein offizielles Rennen. Im Ziel fragt man sich dann aber doch jedes Mal wie die Oberschenkel von einer Radausfahrt nur so brennen können. “Radausfahrt mit Wettkampfcharakter” trifft es wohl eher ;)

bis die Tage

Henninger